{"id":16250,"date":"2023-02-26T15:03:18","date_gmt":"2023-02-26T06:03:18","guid":{"rendered":"https:\/\/jerusalemmother.com\/maternal-instinct\/"},"modified":"2026-07-16T16:31:03","modified_gmt":"2026-07-16T07:31:03","slug":"maternal-instinct","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jerusalemmother.com\/de\/maternal-instinct\/","title":{"rendered":"Mutterinstinkt"},"content":{"rendered":"<p>Alle Lebewesen in der Natur fliehen vor ihren nat\u00fcrlichen Feinden, aus panischer Angst, von ihnen gefressen zu werden. Der Mut des m\u00fctterlichen Instinkts bringt die Gesch\u00f6pfe jedoch sogar dazu, sich dieser Vorsehung der Natur zu widersetzen: Eine Giraffe st\u00fcrmt ohne Anzeichen von Furcht auf f\u00fcnf hungrige L\u00f6wen zu, und der einzige Grund, warum ein Eichh\u00f6rnchen unter Einsatz seines Lebens gegen eine Schlange k\u00e4mpft, besteht darin, seine Jungen zu sch\u00fctzen. Im Meer werden Haie, die Delfinbabys angreifen, manchmal von ihren Delfinm\u00fcttern zu Tode gerammt. Der verzweifelte Kampf der M\u00fctter um den Schutz ihrer Jungen in der rauen Wildnis ist erstaunlich und r\u00fchrend.<\/p>\n<p>Menschen sind da keine Ausnahme. Eine Mutter rettete ihre unreife Tochter selbst, die von zu Hause weggelaufen war, um ein Mitglied einer radikalen militanten Gruppe zu heiraten. Die Tochter, die zum Operationsst\u00fctzpunkt dieser Gruppe ging, bereute bald, was sie getan hatte, und bat ihre Mutter um Hilfe. In einer Situation, wo selbst der Regierung die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe gebunden waren, brachte die Mutter ihr Leben in Gefahr, um ihre Tochter zu retten. Ihr Mut war wirklich bemerkenswert. Es gibt viele Geschichten, die die Kraft des m\u00fctterlichen Instinkts zeigen, etwa \u00fcber ein Baby, das eine Katastrophe \u00fcberlebte und in den Armen seiner Mutter sicher blieb, oder \u00fcber eine Mutter, die ihr Kind mit \u00fcbermenschlicher Kraft rettete. Wir k\u00f6nnen die Kraft des Mutterinstinkts \u00fcberall um uns herum leicht sp\u00fcren, und jeder hat Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr und f\u00fchlt sich darin ein.<\/p>\n<h2 id=\"mutterschaft-veraendert-das-gehirn-einer-frau\">Mutterschaft ver\u00e4ndert das Gehirn einer Frau<\/h2>\n<p>Viele M\u00fctter sagen, dass sie nach der Geburt eines Kindes Dinge tun, die sie sich vor ihrer Schwangerschaft nicht einmal vorstellen konnten, als w\u00e4ren sie wiedergeboren. Was um alles in der Welt passiert mit ihnen?<\/p>\n<p>Unmittelbar nach der Geburt leidet eine Frau in der Stillzeit unter schwerer Vergesslichkeit. Das liegt daran, dass ihr Gehirn schrumpft, w\u00e4hrend sie dem F\u00f6tus eine gro\u00dfe Menge an Nahrung zuf\u00fchrt. Doch im Laufe der Zeit wird ihr Gehirn wieder in den urspr\u00fcnglichen Zustand versetzt. Zu diesem Zeitpunkt verbessert sich die Gehirnfunktion aufgrund der strukturellen Umgestaltung von Teilen des Gehirns, wobei die Konzentration steigt.<\/p>\n<p>Laut dem Neuropsychologen Craig Kinsley ergab die Sektion der Gehirne von Ratten im Sp\u00e4tstadium der Schwangerschaft eine komplexe Neuordnung der Nerven im Hippocampus, dem Zentrum des Lernens und des Ged\u00e4chtnisses. Das Gehirn der Mutter wurde neu organisiert, um ihre Kinder gut erziehen zu k\u00f6nnen. Tierverhaltensexperimente zeigten auch, dass Mutterratten viel schneller auf Futter reagierten als jungfr\u00e4uliche Ratten. Dies liegt daran, dass sich der Geh\u00f6r- und Geruchssinn der Rattenmutter entwickelt hat und sie agiler geworden ist.<\/p>\n<p>Dasselbe gilt auch f\u00fcr den Menschen. M\u00fctter f\u00fchlen sich in den ersten Wochen nach der Geburt m\u00f6glicherweise lethargisch, aber ihre sensorischen F\u00e4higkeiten verbessern sich und sie reagieren aktiver bzw. besser auf die Dinge um sie herum. Deshalb sind sie immer die Ersten, die das Erwachen und Aufstehen ihres Babys bemerken und erkennen schnell die Ver\u00e4nderungen ihres Babys, die anderen Menschen kaum auffallen. Dar\u00fcber hinaus werden sie zu Superfrauen, die gleichzeitig drei oder vier verschiedene Rollen \u00fcbernehmen; beispielsweise Kochen, Telefonieren, Babysitten usw.<\/p>\n<p>\u00dcberraschenderweise versp\u00fcren M\u00fctter nach der Geburt eines Babys ein tiefes Gef\u00fchl inneren Friedens, nachdem sie unbeschreibliche Schmerzen erlitten haben, was auf Oxytocin zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Oxytocin ist ein Hormon, das ihre \u00c4ngste lindert und sie auch dazu bringt, ihre Babys zu lieben. Au\u00dferdem unterdr\u00fcckt es die Aussch\u00fcttung von Stresshormonen, wodurch sich ihre sozialen F\u00e4higkeiten verbessern und ihre Lernf\u00e4higkeit gef\u00f6rdert und gesteigert wird.<\/p>\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt, werden M\u00fctter auch in \u00e4ngstlichen und gef\u00e4hrlichen Situationen mutig, wenn es um ihre Kinder geht. Man geht davon aus, dass dies unter dem Einfluss von Hormonen geschieht. Es muss noch mehr Forschung dazu betrieben werden, aber es ist schon l\u00e4ngst erwiesen, dass zwei Arten von Hormonen mit der Tapferkeit von M\u00fcttern im Umgang mit ihren Kindern zusammenh\u00e4ngen. Das Anti-Stress-Hormon \u201eOxytocin\u201c und das milchproduzierende Hormon \u201eProlaktin\u201c beseitigen Angst und Furcht. \u201eProlaktin wirkt im Gehirn und macht M\u00fctter mutig\u201c, sagt Inga Neumann, eine deutsche Neurobiologin, die an der Erforschung von Prolaktin beteiligt war. Die Tatsache, weswegen sich viele M\u00e4usem\u00fctter w\u00e4hrend ihrer Stillzeit oft in den Fallen verfangen, liegt darin begr\u00fcndet, dass sie selbst gef\u00e4hrliche Orte f\u00fcr ihre Jungen absuchen.<\/p>\n<h2 id=\"das-biologische-programm-der-muetterlichen-liebe\">Das biologische Programm der m\u00fctterlichen Liebe<\/h2>\n<p>Der m\u00fctterliche Instinkt von Lebewesen ist Opferbereitschaft und Hingabe. Die vom m\u00fctterlichen Instinkt ausgehende F\u00fcrsorge der Mutter hilft ihren Jungen, in gef\u00e4hrlichen Umgebungen zu \u00fcberleben. Asiatische Schwarzb\u00e4ren bringen ihre Nachw\u00fcchse im Winter zur Welt, wenn sie Winterschlaf halten, ohne etwas zu sich zu nehmen, und \u00fcberstehen den langen Winter, indem sie trotz ihres Hungers ihre Jungen s\u00e4ugen. Die Geschichten \u00fcber die Hunde- und Katzenm\u00fctter, die trotz ihrer Obdachlosigkeit ihre Jungen gesund und gut gro\u00dfziehen, lassen uns die Gro\u00dfartigkeit der Mutterschaft sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher hielten die Menschen den m\u00fctterlichen Instinkt f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich. Die Forschungen von Terkel und Rosenblatt boten jedoch eine wichtige Gelegenheit, den Mutterinstinkt aus wissenschaftlicher Sicht zu betrachten. Sie entnahmen einer Muttermaus innerhalb von 48 Stunden nach der Entbindung eine Blutprobe und spritzten sie einer jungfr\u00e4ulichen Maus, die dann die Jungen s\u00e4ugte, obwohl keine Milch herauskam, und k\u00fcmmerte sich um sie, als h\u00e4tte sie sie selbst geboren. Dies zeigte, dass das unmittelbar nach der Geburt entnommene Blut der Muttermaus etwas enth\u00e4lt, das m\u00fctterliches Verhalten ausl\u00f6st.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass Oxytocin genau das Hormon ist, das den Beginn des m\u00fctterlichen Verhalten ausl\u00f6st. Das Oxytocin-Hormon hilft einer Frau, die Wehen zu \u00fcberstehen, und regt ihren K\u00f6rper zur Milchsekretion an. Es schafft auch eine emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind und ermutigt die Mutter, ihr Kind zu besch\u00fctzen und zu erziehen.<\/p>\n<p>Es gab auch eine Ver\u00e4nderung des Dopaminspiegels im Gehirn der Muttermaus. Als die Mausmutter K\u00f6rperkontakt mit ihrem Baby aufnahm, stieg der Dopaminspiegel pl\u00f6tzlich an. Dopamin ist das Hormon der Freude und des Gl\u00fccks. Medikamente stimulieren oder aktivieren die Aussch\u00fcttung von Dopamin. Ein Forschungsteam in den USA f\u00fchrte ein Experiment durch, um herauszufinden, worauf die M\u00e4usem\u00fctter reagieren w\u00fcrden; auf Kokain, eine Art Droge, oder auf ihre Jungen. Im Allgemeinen bevorzugen kokainabh\u00e4ngige M\u00e4use Kokain gegen\u00fcber Nahrung. Allerdings verbrachten die M\u00e4use im Experiment die meiste Zeit damit, sich um ihre Babys zu k\u00fcmmern, ohne auf Kokain zu achten. Das liegt daran, dass die M\u00fctter mehr Freude und Gl\u00fcck empfinden, wenn sie mit ihren Jungen zusammen sind, als Kokain zu schnupfen.<\/p>\n<p>Die gemeinsamen Merkmale von Tierbabys wie ein im Vergleich zum K\u00f6rper gro\u00dfer Kopf, gro\u00dfe Augen im Vergleich zum Kopf, kurze Gliedma\u00dfen und runde K\u00f6rperform sowie ungeschickte Gesten sind Niedlichkeit. Konrad Lorenz, ein \u00f6sterreichischer Ethologe, nannte die niedlichen Eigenschaften von Tierbabys, die bei Erwachsenen einen Besch\u00fctzerinstinkt wecken, \u201eBabyschema\u201c bzw.\u00a0<sup>\u201eKindchenschema\u201c<\/sup>\u00a0(Verhaltensmerkmale des kindlichen Organismus, die als Schl\u00fcsselreiz gedeutet werden und K\u00fcmmerungs- und F\u00fcrsorgeverhalten ausl\u00f6sen).<\/p>\n<figure>\n <picture>\n  <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/thum_maternal_2.jpg\">\n <\/picture>\n<\/figure>\n<p>Wenn M\u00fctter au\u00dferdem das instinktive Verhalten ihrer Babys sehen, k\u00f6nnen sie nicht anders, als sie zu lieben. Ungef\u00e4hr einen Monat nach der Geburt plappern und l\u00e4cheln Babys jemanden an, der sie ansieht. Den Ergebnissen einer Studie zufolge tr\u00e4gt das L\u00e4cheln eines Kindes zur Dopaminproduktion im Gehirn der Mutter bei und sorgt daf\u00fcr, dass sich die Mutter gl\u00fccklich f\u00fchlt. Wenn dies geschieht, empfindet die Mutter mehr Liebe f\u00fcr ihr Baby. Es gibt einige Reflexe, die alle Neugeborenen haben, wie zum Beispiel den Greifreflex, der darin besteht, nach allem zu greifen, was ihre Handfl\u00e4chen ber\u00fchrt, den Umarmungsreflex, jemanden festzuhalten, wenn er \u00fcberrascht ist, den Wurzelreflex, das Gesicht dem Reiz zuzuwenden, und Saugreflex, alles zu saugen, was ihnen an die Lippen kommt. Dieses instinktive Verhalten der Babys schafft emotionale Bindungen zwischen ihnen und ihren M\u00fcttern. Tats\u00e4chlich beruht ihr instinktives Verhalten nicht auf ihrer besonderen Zuneigung zu ihren M\u00fcttern. Allerdings versp\u00fcrt die Mutter, die ein Kind zur Welt gebracht hat, einen m\u00fctterlichen Instinkt f\u00fcr das Baby und verbringt viel Zeit mit dem Baby. So zeigt das Baby auf nat\u00fcrliche Weise instinktive Reaktionen gegen\u00fcber der Mutter und die Liebe der Mutter zu ihrem Baby vertieft sich. Ab sechs Monaten nach der Geburt beginnt das Baby, Emotionen und eine Zuneigung gegen\u00fcber seiner Mutter zu empfinden. Die Mutter und das Kind haben eine so unausweichliche Bindung, dass sie dazu pr\u00e4destiniert sind, einander zu lieben.<\/p>\n<blockquote class=\"line serif\"><p>\n\u201eFrauen sind schwach, aber M\u00fctter sind stark.\u201c\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine durchschnittliche Frau mag zwar rein physisch-anatomisch gesehen nicht so \u201estark\u201c wie ein Mann sein, aber wenn man sie mit einem anderen Namen \u201eMutter\u201c nennt, wird sie f\u00fcr ihre Kinder st\u00e4rker als alle anderen. Dieser m\u00fctterliche Instinkt ist die Kraftquelle, die dazu beitr\u00e4gt, das menschliche Leben zu beh\u00fcten, zu bewahren und zu erhalten. Jede Mutter verf\u00fcgt seit Urzeiten \u00fcber einen angeborenen Mutterinstinkt. Wo hat er dann denn \u00fcberhaupt seinen Ursprung?<\/p>\n<dl class=\"resources\">\n<dt>Quellenangabe<\/dt>\n<dd>Marc Bekoff, The Emotional Lives of Animals: A Leading Scientist Explores Animal Joy, Sorrow, and Empathy \u2014 and Why They Matter, New World Library, 2008<\/dd>\n<dd>Vitus B. Dr\u00f6scher, Wildly Successful: Survival Strategies in the Animal Kingdom (auf Deutsch, Tierisch erfolgreich: \u00dcberlebensstrategien im Tierreich), Goldmann, 1996<\/dd>\n<dd>Katherine Ellison, The Mommy Brain: How Motherhood Makes Us Smarter, Basic Books, 2006<\/dd>\n<dd>Kang Seok-gi, Ihr Gehirn wird schlauer, wenn Sie Mutter werden (auf Koreanisch, \uc5c4\ub9c8\uac00 \ub418\uba74 \ub1cc\ub294 \ub354 \ub611\ub611\ud574\uc9c4\ub2e4), Science Donga, September 2012<\/dd>\n<dd>Kim Hyeong-geun, Frauen sind schwach, aber M\u00fctter sind stark (auf Koreanisch, \uc5ec\uc790\ub294 \uc57d\ud558\ub2e4, \uadf8\ub7ec\ub098 \uc5b4\uba38\ub2c8\ub294 \uac15\ud558\ub2e4)<\/dd>\n<\/dl>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Alle Lebewesen in der Natur fliehen vor ihren nat\u00fcrlichen Feinden, aus panischer Angst, von ihnen gefressen zu werden. 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